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Dass Israel nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 die Hamas im Gaza-Streifen angegriffen hat, war vom Völkerrecht gedeckt und stieß zunächst auch auf politisches Verständnis. Als die israelische Armee ihre Angriffe ausweitete, immer mehr Zivilisten Opfer der Angriffe der israelischen Armee wurden und schließlich auch die Versorgung der Zivilbevölkerung extrem eingeschränkt hatte, sah Israel sich mit dem Vorwurf des Genozids an den Palästinensern konfrontiert – ausgerechnet die Gesellschaft, die Opfer des bisher größten Völkermordes in der bekannten Menschheitsgeschichte geworden ist. Kann man angesichts der Shoa den Begriff Völkermord für heutige Gräueltaten überhaupt anwenden, ohne die Shoa zu relativieren?
Diese Frage ergib sich nicht allein im Blick auf den israelischen Krieg gegen Gaza, sondern ebenso im Blick auf die zielgerichtete Ermordung von ukrainischen Zivilisten durch die russische Armee und ebenfalls aktuell im Blick auf den Sudan.
Über diese Frage spricht taz-Redakteur Frederik Eikmanns mit dem Historiker Jürgen Zimmerer. Die beiden arbeiten in diesem Interview sehr gut nachvollziehbar heraus, wie man trotz der Versuche, den Begriff Genozid politisch zu instrumentalisieren sachgerecht und ohne Hierarchisierung mit dem Begriff umgehen kann.
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(Brüssel / 24.12.2025 / Jürgen Klute)